Support im Ernstfall: Was Ausfälle bei Batteriespeichern kosten können

In unserem Beitrag zum Thema Support bei Batteriespeichern haben wir bereits erläutert, warum ein guter und vor allem verlässlicher Service für den wirtschaftlichen Betrieb eines Speichers wichtig ist. Dieses Mal wollen wir es etwas konkreter machen und anhand einiger Beispiele zeigen, was eine Störung tatsächlich kosten kann – und welchen Unterschied eine schnelle Reaktion macht.

Ein Batteriespeicher verdient kein Geld, wenn er stillsteht. Gerade bei Cross-Market-Graustromspeichern, die flexibel auf verschiedenen Märkten eingesetzt werden, ist deshalb nicht nur die technische Verfügbarkeit des Speichersystems selbst entscheidend, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der Störungen die die Vermarktung beeinträchtigen erkannt und behoben werden.

Ein Beispiel macht das deutlich: Bei einem 10-MW-/20-MWh-Speicher mit zwei möglichen Zyklen pro Tag und einem angenommenen Jahreserlös von rund 250.000 Euro pro MW entspricht der durchschnittliche Vermarktungserlös etwa 6.850 Euro pro Tag. Umgerechnet sind das durchschnittlich rund 285 Euro pro Stunde bzw. 28,50 Euro pro Stunde und MW.

Das sind natürlich annualisierte Durchschnittswerte. Tatsächliche Vermarktungserlöse schwanken erheblich je nach Markt, Preisen und Fahrweise eines Speichers. Die Größenordnung zeigt aber, warum bei einem Speicher jede zusätzliche Stunde Nichtverfügbarkeit relevant ist. Durch die hohe Varianz kann der wirtschaftliche Schaden auch sehr viel höher ausfallen, wenn das Timing ungünstig ist.

 

Wenn aus einer Störung ein ganzes Wochenende wird

Nehmen wir einen klassischen Fall: Am Freitagnachmittag fällt die Kommunikationsverbindung zum Speicher aus, sodass der Speicher sich nicht mehr wie vorgesehen vermarkten lässt. Technisch ist das zunächst „nur“ eine Störung,wirtschaftlich kann daraus allerdings schnell ein erheblicher Schaden entstehen.

Wird die Störung in einem Vermarktungsportfolio ohne durchgängigen 24/7-Support erst am Montag bearbeitet, kann der Speicher beispielsweise von Freitag 17 Uhr bis Montag 10 Uhr nicht regulär vermarktet werden. Das entspricht rund **65 Stunden Ausfallzeit**.

Bei den oben genannten Durchschnittswerten summiert sich der entgangene Vermarktungserlös damit auf rund 18.500 Euro.

Mit einem 24/7-Service sieht die Situation anders aus: Wird die Störung noch am Freitagabend erkannt und behoben, bleibt der wirtschaftliche Schaden auf wenige Stunden begrenzt.

 

Genau hier liegt ein wichtiger Unterschied zu vielen klassischen EE-Anlagen. Bei einer ausgefallenen PV- oder Windanlage ist eine schnelle Reaktion natürlich ebenfalls wünschenswert. Der finanzielle Effekt jeder einzelnen Stunde ist aber erheblich weniger kritisch als bei einem flexibel vermarkteten Batteriespeicher. Entsprechend sind Reaktionszeiten und Serviceprozesse in diesem Bereich teilweise noch nicht auf die Anforderungen eines hochdynamischen Speichergeschäfts ausgelegt.

 

Der „kleine“ Ausfall, der schnell teuer wird

Es muss allerdings nicht gleich das ganze Wochenende sein.

Nehmen wir an, die Steuerbarkeit eines Speichers fällt um 21 Uhr aus. Mit einem gut aufgestellten 24/7-Service kann die Störung beispielsweise innerhalb von zwei Stunden behoben werden. Bei unserem Beispiel entstehen dadurch rund 600 Euro entgangener Vermarktungserlös.

Wird die Störung dagegen erst am nächsten Vormittag um 11 Uhr bearbeitet, sind bereits rund 14 Stunden vergangen. Der entgangene Erlös liegt dann bei ungefähr 3.600 Euro. Der Unterschied entsteht also nicht unbedingt durch eine besonders komplizierte technische Störung. Er entsteht vor allem durch die Zeit, die bis zu ihrer Behebung vergeht.

Als Faustgröße gilt: Jede Stunde Nichtverfügbarkeit kostet bei  einem 0,5C Batteriespeicher im Durchschnitt rund 30 Euro pro MW an Vermarktungserlösen.

Bei einem 10-MW-Speicher sind das knapp 300 Euro pro Stunde – bei längeren Ausfällen entsprechend schnell mehrere Tausend oder sogar Zehntausende Euro.

 

Und der entgangene Erlös ist nicht das einzige Risiko

Bei einem vermarkteten Batteriespeicher kann eine Störung zudem weitere Kosten verursachen. Denn möglicherweise wurden bereits Handelsgeschäfte durchgeführt und entsprechende Fahrpläne eingeplant. Kann der Speicher diese Fahrpläne aufgrund einer Störung nicht mehr umsetzen, kann der zugehörige Bilanzkreis aus dem Gleichgewicht geraten. Dann können zusätzlich Ausgleichsenergiekosten entstehen. Wie hoch diese ausfallen, hängt stark von der jeweiligen Marktsituation ab. Im Normalfall bewegen sich die Preise in einer Größenordnung, die etwas über dem Börsenstrompreis liegen kann. In extremen Marktsituationen sind jedoch auch mehrere Tausend Euro pro MWh möglich.

Das bedeutet: Ein Kommunikationsausfall ist nicht automatisch nur ein Problem von „ein paar Stunden weniger Vermarktung“. Je nach Situation können zusätzlich erhebliche Kosten aus bereits eingegangenen Handelspositionen entstehen.

Bei Energiekoppler wird dieses Risiko unter anderem dadurch reduziert, dass auf der swarmBOX Fahrpläne für mehrere Stunden im Voraus vorgehalten werden. Fällt die Verbindung vorübergehend aus, kann der Speicher die hinterlegten Fahrpläne weiterhin umsetzen. Ein Verbindungsabbruch muss damit nicht automatisch zu einem sofortigen Stillstand der Vermarktung führen.

 

Auch Regelleistung macht schnelle Reaktion wichtig

Noch kritischer kann eine Störung werden, wenn der Speicher gleichzeitig für Regelleistung eingesetzt wird.

Wird beispielsweise angeforderte aFRR-Leistung nicht erbracht, kann das nicht nur finanzielle Folgen haben. Je nach Vertrag und Ausgestaltung können auch Vertragsstrafen oder regulatorische Konsequenzen drohen.

Gerade bei Speichern, die mehrere Erlösquellen kombinieren, ist deshalb entscheidend, Störungen nicht isoliert als technisches Problem zu betrachten. Jede Stunde, in der ein Speicher nicht wie geplant verfügbar ist, kann mehrere wirtschaftliche Ebenen gleichzeitig betreffen.

 

24/7-Service ist damit Teil des Geschäftsmodells

Ein Batteriespeicher ist ein hochflexibles und entsprechend dynamisches Asset. Seine Wirtschaftlichkeit hängt davon ab, dass diese Flexibilität möglichst zuverlässig zur Verfügung steht. Deshalb endet guter Service für uns nicht bei der Bereitstellung einer Telefonnummer oder einem Ticket-System. Entscheidend ist, dass bei einer relevanten Störung jemand erreichbar ist, das Problem einordnen kann und die Behebung nicht erst am nächsten Werktag beginnt.

Die Beispiele zeigen, wie schnell sich das summiert: Aus zwei Stunden Ausfall können einige hundert Euro werden, aus einem Wochenende schnell fünfstellige Beträge. Und zusätzliche Risiken wie Ausgleichsenergie oder nicht erbrachte Regelleistung sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Bei einem Batteriespeicher ist guter Service deshalb nicht nur eine Frage des Komforts. Er ist das Fundament einer wirtschaftlich erfolgreichen Vermarktung.

Genau darauf ist der Energiekoppler ausgelegt: Erneuerbare Energieanlagen, Speicher oder Co-Located-Systeme nicht nur technisch anzubinden und an der Strombörse vermarktbar zu machen, sondern auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn einmal etwas nicht nach Plan läuft.