Ein wesentlicher Faktor sind die technischen Grenzen am Netzanschlusspunkt: Häufig werden Batterien mit einer höheren Leistung gebaut, als der Netzanschluss dauerhaft zulässt („Überbauung“). Dadurch reduziert sich die tatsächlich nutzbare Flexibilität bereits auf die Anschlusskapazität. Bei Co-located Standorten, muss die Batterie oft zugunsten der PV-Anlage abgeregelt werden.
Netzbetreiber können die Einspeisung oder Beladung von Batterien begrenzen, etwa im Rahmen von Redispatch-Maßnahmen. Für Vermarkter bedeutet das: In Engpasssituationen reduziert sich die nutzbare Flexibilität auf den vom Netzbetreiber beschränkten Bereich. Diese Abregelungen sind dynamisch und können die kurzfristige Vermarktung maßgeblich beeinflussen.
Fällt die Verbindung zur Batterie aus, zeigt die Datenqualität OUTDATED an, sobald keine aktuellen Werte mehr vorliegen – ein klares Signal für keine oder eingeschränkte Steuerbarkeit.
Batterien dürfen ihre Leistung nur schrittweise ändern, in Deutschland etwa mit 0,66 % der Maximalleistung pro Sekunde. Wer dies nicht berücksichtigt, riskiert Abweichungen zwischen Fahrplan und Realität. Eine intelligente Steuerung berücksichtigt derartige Faktoren und reduziert so Ungleichgewichte und sorgt für stabile Prozesse und profitable Vermarktung.
Alle 15 Minuten wird eine aktualisierte Prognose erstellt. Sie berücksichtigt technische Grenzen der Batterie, geplante und ungeplante Ausfälle, Netzrestriktionen, Ramping-Effekte und zusätzliche Faktoren wie PV-Erzeugung oder Verbrauch.
Flexibilitätsvermarkter verfügen in der Regel über eigene Handelsalgorithmen oder Bots, die vollautomatisch Handelsentscheidungen treffen. Was jedoch meist fehlt, sind das Know-how und die Kapazitäten, um auf skalierbare Art und Weise viele verschiedene Anlagen technisch anzubinden und zuverlässig zu steuern.
Genau hier liegt die Herausforderung: Der Handelsalgorithmus entscheidet zwar über die Vermarktungsstrategie – doch ohne die Berücksichtigung realer Einschränkungen der Batterie (z. B. Ramping, Netzengpässe, Verbindungsprobleme) oder auch möglicher vertraglicher Restriktionen, entstehen Abweichungen oder Trades, die nicht physisch erfüllt werden können. Diese führen zu Ausgleichsenergiekosten und beeinträchtigen den Vermarktungserfolg.
Für Flexibilitätsvermarkter schafft die Kombination aus klarer technischer Transparenz und automatisierter Flexibilitätsprognose Sicherheit. Handelsalgorithmen treffen die Entscheidungen, aber die technische Plattform, wie das Flexibilitätswerk, sorgt dafür, dass sie unter realistischen Bedingungen umgesetzt werden können. So lassen sich Risiken minimieren und Marktchancen zuverlässig nutzen.